Geistlicher Impuls

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Von Gottes Geist berührt
Bildbetrachtung zum Prägedruck von Stefanie Bahlinger
Sr. Beate Seidel / Gästehaus Selbitz

„Sende deinen Geist aus und alles wird neu!“Diese gesungene Bitte, dieser Ruf, kommt mir beim Betrachten dieses Bildes fast von selbst über die Lippen:„Ja, komm, Heiliger Geist, Geist aus Gott, berühre diese, unsere Erde!“
 
Halte einen Moment inne und lass das Bild auf Dich wirken:
Was siehst Du?
Was berührt Dich?

Es ist ein freundliches, ein helles und hoffnungsvolles Bild. Gemalt wurde es von Stefanie Bahlinger. Auf ihrer Internetseite kann man lesen, dass sie schon als Kind gern und überall gemalt hat. „1994 entdeckte ich den christlichen Glauben für mich – und bekam dadurch einen neuen Augen- und Herzensöffner. Der bisher weit entfernte unnahbare Gott wurde plötzlich persönlich. Diese Beziehung drückt sich auch in meinen Bildern aus: Sie wollen Hoffnung und Freude vermitteln, wollen ein Lichtstrahl sein zwischen Himmel und Erde. Und sie sollen widerspiegeln, wie ich Gott erlebe: großzügig, weit, einladend und farbenfroh!“
kunst@stefaniebahlinger.de

Das spürt man diesem Bild ab – das ist ihm anzusehen. Die Farben: weiß, grün, blau und gelb, in verschiedenen Schattierungen. Wir sehen zwei Kreise, die wir als Sonne und Erde deuten könnten. Es könnte aber auch die Welt Gottes und die Welt der Menschen sein. Beide würden sich ohne Verbindung gegenüberstehen, wenn da nicht diese Taube wäre, der Geist Gottes. Sie, die Taube, kommt herab und handelt schöpferisch an der Welt der Menschen. Zwischen den beiden Kreisen entsteht Bewegung, Verbindung, Dynamik durch die Taube, die mit dem (Öl)Zweig in ihrem Schnabel unterwegs ist. Ich assoziiere sie sofort mit der Arche Noah: „Die Taube kam zu Noah um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trugs in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.“ Gen 8, 11

Die Wasser der großen Flut waren verlaufen und neues Leben möglich; ein neuer Anfang, den Gott mit der Verheißung besiegelt: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Gen 8, 22
Die blaue Erde, der blaue Planet, unsere Heimat. Wenn Astronauten die Erde aus dem Kosmos betrachten, schildern sie oft, wie sie aus dieser Perspektive ihre Verbundenheit zur Erde spüren. Wir sind „Erdlinge“ und leben auf diesem kostbaren und verwundbaren blauen Planeten. Die Erde – wenn wir mit den Fingerkuppen über diese Karte fahren könnten, würden wir den Prägedruck tasten, den Stefanie Bahlinger hier gewählt hat – hat ein Profil. Die kleinen Quadrate sind hervorgehoben. Fast wie in einem Sieb ist die Erde durchlöchert. Darunter liegt Schrift, vermutlich ein Zeitungsausschnitt, die Neuigkeiten des Tages. Ich kann die Worte „Tod“ und „Katastrophe“ entziffern und erahnen. Den Rest können wir uns denken. Er ist uns leider allzu vertraut.

So viel Tod und Leid, Gewalt, Hunger, Ängste und Schrecken in unvorstellbarem Ausmaß. Die Erde, geschaffen von Gott, ist längst nicht mehr unversehrt und in ihrem Urzustand, sondern hat „Löcher“, vielleicht wie eine zerstörte Atmosphäre. Und doch fällt durch diese Löcher Licht, nicht überall, aber an vielen Stellen, von wo es sich dann weiter ausbreitet. Und doch gilt die Verheißung und der Bund Gottes „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören …“
Viele kleine Fenster beginnen in derselben gelben Farbe zu erstrahlen wie die Welt Gottes. Die Taube, sehr zielgerichtet ausgesandt, bringt den Ölzweig und damit Heilung, Reinigung und Licht. Sie ist sanfte und doch kraftvolle Dynamis, zart, verletzlich, beweglich.

In einem Gebet zu Pfingsten beten wir:
„Du bist der Atem und die Glut,
der Wind, der das Evangelium trägt überallhin und zu allen…
Komm, Heiliger Geist,
und erneuere das Antlitz der Erde.“

Mittagsgebet CCB S.43
Wir auf der Erde können uns dem Kommen und Wehen des Geistes Gottes öffnen. Wir brauchen Ihn und Seine Kraft, Seinen Trost, Seine Impulse an den Orten, wo Gott uns hingestellt hat, damit Gottes Heil und Leben sich auf dieser, unserer Erde, ausbreitet.

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