Geistlicher Impuls

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Paul Brandenburg in der Maximilian-Kaller-Straße 6 in Berlin-Marienfelde, 1978
 
 
Gibt es noch (echte) Hirten?
Impuls zu Ps. 23, 1-2 von Sr. Annett Möschter/ Hof Birkensee

Das Bild vom guten Hirten kann ein Mensch in unserer Gesellschaft kaum noch nachvollziehen. Das Bild, mit welchem vor über 2000 Jahren noch jeder etwas anfangen konnte, greift nicht mehr. Es gibt vielleicht noch ein paar romantische Vorstellungen und verklärende Bilder. Aber in der Realität: wie sah oder sieht die Arbeit des Hirten aus? Da war und ist viel Unkomfortables: Dreck, Kälte, Hitze, Angst vor wilden Tieren, viel Arbeit, Krankheiten, Suche nach Weidegründen, Einsamkeit.
Wo kommt die Mühe des Hirten zum Ausdruck? Hirte sein heißt nicht nur Schäfchen kuscheln und in idyllischer Landschaft herumstehen.
Und auch das Schäfchen auf der Schulter tragen: d.h. Schaf weg, Schaf suchen, Mühen auf sich nehmen. Ein Schaf auf der Schulter tragen: Haben Sie das schon mal gemacht? Süß - ja, und ich stelle mir das auch anstrengend vor, so ein Schäfchen irgendwohin zu tragen.

Ich habe im TV einen Bericht von einem Almauftrieb von Schafen in unseren heutigen Tagen gesehen. Das war in den Bergen, es begann zu gewittern, Wege waren aufgeweicht, Schafe gingen verloren - das war Lebensgefahr pur.
Wir haben in Hersbruck ein Hirtenmuseum. Dort beeindruckt mich, was Hirten alles können müssen. Beeindruckt hat mich auch, dass sie u.a. ein Metallinstrument haben, mit dem sie dem Tier in den Pansen stechen, wenn er voll Gas/Luft ist. Das ist eine lebensrettende Maßnahme, die aber weh tut.
Jesus wird als guter Hirte bezeichnet. Und was wird von ihm gesagt?
Joh. 10, 11: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Gar nicht romantisch.

Mir wird nichts mangeln, weil ER zupackt, sich voll einsetzt und wenn es eng wird, sogar mit seinem Leben.
Romantische Bilder können uns beruhigen, vielleicht sogar sedieren. Das ist es auch, was manche unter Meditation verstehen - sich einlullen lassen, sich wohlfühlen, Kind sein. Nun, dass kann phasenweise hilfreich sein, um vielleicht etwas Nestwärme nachzuholen, sich zu stabilisieren, wenn etwas aus dem Lot geraten ist. Meditation heißt aber gerade wach werden für die Realität, Bündelung von Aufmerksamkeit, Fokussieren des Geistes.
Manchen hilft Meditation vom unscha(r)f sein zu mehr Scha(r)fsinn.

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