Geistlicher Impuls

Impuls für Familien zur Jahreslosung 2021
Sr. Dorothee Bischoff / Ordenshaus Selbitz
Kursleiterin der Franz-Kett-Pädagogik GSEB

Heute findet Ihr auf dieser Seite einen Familien-Impuls zur Jahreslosung 2021. Ich habe mir überlegt: Was ist eigentlich eine Jahreslosung und warum gibt es sie? Als Jahreslosung wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen jedes Jahr ein Vers aus der Bibel als Leitvers ausgewählt. Jahreslosung wird der Vers, der bei der Abstimmung im Plenum die meisten Stimmen bekommt. Eine Jahreslosung ist also ein Vers, der uns durch das neue Jahr leiten und begleiten will.
 
Ich lade euch ein, die Jahreslosung für 2021 auf ganzheitliche, sinnorientierte Weise zu entdecken. Ihr braucht dazu folgendes Material:

Eine Bibel, ein rotes Blatt Papier, eine Schere, einen Klebestift, 7 A4-Blätter, einen Meterstab, Filzstifte/Buntstifte, einen Tesafilm und einen Türrahmen.
 
Setzt euch auf Stühle in der Nähe des Türrahmens oder macht es euch auf dem Boden bequem. Nehmt euch gegenseitig wahr, begrüßt euch mit einem Augenzwinkern und dann macht euch an die Arbeit:
 
Aktion

1. Befestigt 6 A4-Blätter mit Hilfe des Tesafilms übereinander (der Länge nach) am Türrahmen.
 
2. Nun klebt den Meterstab auf die A4-Blätter.
 
3. Messt jedes Familienmitglied und haltet die Größe der Einzelnen mit verschiedenfarbigen Filzstiften auf den A4-Blättern fest – vergesst nicht die Namen dazu zu schreiben.
 
Mit Hilfe des Meterstabes habt ihr eure Körpergröße gemessen. Vielleicht habt ihr dabei festgestellt: Ich bin größer als die anderen oder aber auch, ich wäre gerne größer als die anderen. Wir Menschen wollen gerne groß sein, und dabei geht es nicht nur um unsere Körpergröße, es geht auch um unsere „innere Größe“. Mit „innerer Größe“ meine ich unsere Gaben, unsere guten Eigenschaften . . .
 
Überlegt euch gemeinsam: Wie können wir die innere Größe eines Menschen feststellen? Welche Maßstäbe legen wir an?
Bevor ihr weiterlest macht euch euere eigenen Notizen auf das 7. A4-Blatt.

Oft beurteilen wir Menschen nach ihrem Aussehen, nach ihrer Kleidung (ein Kind, das in abgetragenen Klamotten herumläuft, kann da nicht punkten). Wir beurteilen Menschen nach ihrem Beruf, nach dem was sie verdienen. Wir beurteilen Menschen nach ihren Gaben oder Leistungen: ob ein Kind in der Schule gut oder schlecht ist. Ob ein Kind spaßig drauf ist oder eher ernst. Wir haben auch unsere eigenen Maßstäbe für das, was man tun soll und was nicht, wie etwas sein sollte und wie nicht. So manche innere Größe ist jedoch für das Auge unsichtbar. Man entdeckt sie erst, wenn man einen Menschen besser kennenlernt und ihn vielleicht sogar liebgewinnt.
 
Nehmt die Bibel zur Hand und schlagt den Text, Lukas 6, Vers 36 – 38 auf. Eine Person soll diesen Text laut vorlesen.
Vers 36 ist die Jahreslosung für 2021:
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
 
Doch auch die folgenden Verse sind wichtig, um diese Jahreslosung zu verstehen:
Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt so wird auch Euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit dem Maß, mit dem ihr messt wird man euch wieder messen. In Vers 38, wird davon gesprochen, dass wir mit dem Maß gemessen werden, mit dem wir andere messen. Doch in Vers 36, unserer eigentlichen Jahreslosung lesen wir, dass es einen barmherzigen Vater gibt. Das Maß des Vaters ist Barmherzigkeit.
 
Schreibt die Jahreslosung in großen Buchstaben neben den Meterstab am Türrahmen. Und dann überlegt euch:
Was ist Barmherzigkeit?
Kommt darüber ins Gespräch und macht euch Notizen auf das 7. A4-Blatt.

Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters, es geht um Großzügigkeit, um Nächstenliebe und um Nachsicht . . . Über die Barmherzigkeit Gottes lesen wir im Calwer Bibellexikon: „Gott ist barmherzig, er ist gütig, in seiner Liebe beugt er sich zu uns Menschen herab. Er erbarmt sich unser mit einem Herzen, das von unserer Not und Schuld bewegt wird.“
 
Gott urteilt nicht nach unseren Maßstäben. Gott ist barmherzig, er sieht uns und sein Herz wird von dem berührt, was er da sieht. Er sieht unsere Schuld, unser getrennt Sein von ihm. Er sieht unsere Not, unsere Tränen, unser Glück. Gott ist barmherzig, Jesus fordert uns auf, zu unseren Mitmenschen barmherzig zu sein. Er fordert uns auf: „Lass dein Herz berühren, von der Not, von der Trauer, von der Freude deiner Mitmenschen.“
 
Lass dein Herz berühren von dem was deine Freunde, deine Geschwister bewegt, aber auch von dem, was die Außenseiter oder den Clown in deiner Klasse bewegt. Lass dein Herz berühren von dem, was die Großfamilie in deiner Nachbarschaft beschäftigt. Lass dein Herz berühren und dann gib. Schenke Liebe, schenke Aufmerksamkeit. Und dann bekommst auch du ein volles Maß. Ein überfließendes Maß. Gott beschenkt uns und wir können weiterschenken.

Übung
Such mit deiner Hand dein Herz, leg die Hand darauf und spür wie es schlägt. Unser Herz kann verschiedene Stimmungen ausdrücken. Wie ist dein Herz heute gestimmt? Eher freudig und erwartungsvoll, oder . . . ?
 
Wenn ihr mögt, dann teilt euch eure Gestimmtheit kurz mit!
 
Denkt an eine Familie in Eurer Nachbarschaft, ein Kind aus eurer Klasse, an einen einsamen (alten) Menschen. Einigt euch im Gespräch darauf, an wen ihr denken wollt. Versucht euch in die Situation dieser Menschen hineinzuversetzen. Was wisst ihr von ihnen? Wie fühlt sich euer Herz an, wenn ihr an diese Menschen denkt? Was würdet ihr euch wünschen, wenn ihr in ihrer Situation wärt? Überlegt euch: Könnt ihr dieser Familie, diesem Menschen ein Zeichen der Liebe senden? Schreibt einen Brief, packt ein Päckchen, ruft jemandem an und singt ihm ein Lied . . .
 
Wenn ihr eure Aufgabe erledigt habt, dann nehmt noch einmal Kontakt mit eurem Herzen auf, wie fühlt sich euer eigenes Herz nun an?
 
Wenn wir andere beschenken, werden wir meist selbst beschenkt und ein Stück Friede zieht in unserem Herzen ein.

Schneidet aus dem roten Papier Herzen aus und klebt sie neben den Meterstab am Türrahmen.
(Als Schablone könnt ihr ein Ausstechförmchen nehmen.)
 
Wenn möglich lasst dieses Bild am Türrahmen hängen, so habt ihr die Jahreslosung für 2021 immer wieder vor Augen.
 
Schaut euch das Bild am Türrahmen noch einmal an und lest die Jahreslosung gemeinsam laut vor. Als Abschluss könnt ihr zusammen ein Amen sprechen. Amen heißt: „Ja so sei es!“

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