Geistlicher Impuls

Gedanken zu Johannes 20, 11 – 18
… wie Maria Magdalena den Ostermorgen erlebt und wie es Johannes erzählt …
 
Sr. Beate Seidel, Gästehaus Selbitz

Sie war schon einmal da, an diesem Morgen des ersten Tages der Woche. Sie hatte schon gesehen, dass der Stein vom Grab  weggerollt ist. Und sie ist zu den Jüngern gelaufen mit dieser zunächst verwirrenden Nachricht: „Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ Und dann geht sie noch einmal zurück zum Grab. Sie weint. Der Tränenschleier verdeckt ihre Augen, ihre Seele, ihr Herz. Verwirrt und voller Trauer schaut sie in das leere Grab. Auch von zwei Engeln lässt sich ihre Trauer nicht vertreiben. Sie sucht nur Ihn, den sie verloren hat – Jesus.

„Frau, was weinst du?“ Es ist nicht zuerst die Osterbotschaft, die die Engel Maria bringen, sondern als Erstes nehmen die Engel Marias Tränen wahr. Und als sie sich umwendet, steht da wieder einer, der sie fragt: „Frau, was weinst du? Wen suchst du?“
Wer trauert, hat einen Verlust erlitten und sucht. Eine Lücke ist entstanden, die eine große Leere hinterlässt. Wer bringt das Verlorene wieder? Wer füllt die Leere?

„Maria!“ Nur der eigene Name, gerufen von dem, den sie liebt – und sie ist gefunden. „Fürchte dich nicht – ICH rufe dich bei deinem Namen – du bist MEIN.“ Im Anrufen ihres Namens, gerufen vom Auferstandenen, fällt das Osterlicht in Marias Herzen. Nun dreht sie sich nicht mehr im Kreis, sondern kann klar einen neuen Weg gehen. „Ich habe den HERRN gesehen.“

ER ruft uns alle beim Namen, ruft heraus aus Verwirrung und Verlorenheit. Seine Stimme ist voller Liebe und Erkennen dessen, was uns fehlt, was uns schmerzt und traurig zurücklässt. Sein Wille ist Leben. Das Osterlicht begleitet uns.

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