Geistlicher Impuls

Das Herz Jesu, Odilon Redon

Tiefer zur eigenen Wahrheit finden
Sr. Anna-Maria a.d. Wiesche, Ordenshaus Selbitz

Was für ein Geschenk ist die Fastenzeit. Sie hilft uns, tiefer zur eigenen Wahrheit zu finden. Wir können unser Augenmerk in dieser Zeit besonders auf die Erzählungen des Evangeliums richten, in denen erzählt wird, wie Jesus sich angesichts der zunehmenden Bedrohung verhält und wie die Menschen um ihn herum handeln.
In einem Gespräch mit Petrus in Jerusalem beschreibt Jesus die Gefahr, der auch seine Jünger und Jüngerinnen ausgesetzt sind. Tröstend sagt er: „Ich aber habe für Dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“ (Lk 22,32). Petrus versteht noch nicht, dass er nichts so sehr braucht wie das Gebet Jesu. Er hält noch an seiner eigenen Stärke fest, die jedoch angesichts der Bedrohung des eigenen Lebens zerbricht. Die Angst lässt ihn zum Verleugner werden.

Und wir? Kennen wir solches Verhalten auch persönlich? Dass wir uns anders verhalten, als wir es von uns gedacht haben, dass unsere Ängste stärker sind als unsere Vorsätze. Ängste zwingen uns zu Flucht oder Angriff, lassen uns erstarren oder Gewalt ausüben. Der starke Petrus flieht vor den Fragen der Zugehörigkeit zu Jesus,  denn das Bekenntnis seiner Verbindung zu Jesus könnte für ihn Gefangennahme bedeuten. So verleugnet er Jesus. Die Scham über sein Verhalten überfällt ihn.

Doch das Gebet Jesu ist stark. Seine Fürsprache trägt Petrus durch. Er fällt nicht aus dem Herzen Jesu. Vielmehr schreit dieses Herz Jesu für Petrus zum Vater im Himmel. Die Fürsprache Jesu trägt auch uns, wenn wir das Gesicht vor uns selbst verlieren, wenn wir uns gegen ihn stellen. Wenn Ängste uns bestimmen und zu Handlungen hinreißen, die wir nicht wollen, wenn die Scham über unsere Schwäche uns überfällt. Unser Vertrauen zu Jesus muss nicht zerbrechen. Er kennt uns, er hat für uns gebetet und hält den Glauben für uns fest, er traut uns die Umkehr zu. Die Scham wird aufgehoben und kann sich lösen. So geliebt können wir uns wieder selber in die Augen schauen.
Und Jesus sagt zu Petrus: „Wenn du dereinst dich bekehrst, stärke deine Brüder“( Lk 22,32). Was Petrus existentiell erfährt, wird zur Kraft für andere. So ist er stark im Vertrauen auf Jesus und kann andere, die scheitern, stärken.
 
Diese Fastenzeit kann eine Zeit sein, in der wir lernen, dem Gebet Jesu auch für uns zu trauen, und andere, die in Krisen geraten, stärken.
 
„Herr Jesus Christus, Du hast für uns gebeten,
dass unser Glaube nicht aufhöre,
dass unsere Liebe nicht versage,
dass unsere Geduld nicht ende.
Unter Deinen ausgebreiteten Armen
sind wir geborgen,
in Deinem Herzen hältst Du uns verborgen
vor allen Anläufen des Bösen.“
(Gebet: Hanna Hümmer)

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