„Lichtmess, bei Daag z`Nacht ess“ hat man in meiner schwäbischen Heimat gesagt und damit darauf hingewiesen, dass ab Lichtmess die Tage spürbar länger werden, sodass auch das Abendessen noch im Hellen ist.
Der Tag mit dem frühsten Sonnenuntergang ist nicht der 21.12., sondern der 12.12., der späteste Sonnenaufgang am 30/31.12. Seitdem geht es „nauswärts“. Aber man sieht es nicht. Die Veränderungen sind so klein, dass sie nicht auffallen, erst viele Wochen später, fällt es auch jenen auf, die nicht jeden Tag auf ihrem Handy die Sonnenauf- und untergangszeiten nachschauen.
Ich dachte, so geht es mir oft auch mit dem Gebet, ich bringe eine schwierige Situation vor Gott, und es scheint sich nichts zu verändern, die Gebete scheinen zu verpuffen, Gott scheint unbeeindruckt und stumm. Doch auf die Dauer der Zeit, verändert sich tatsächlich etwas, manchmal erst im Lauf von vielen Jahren. Manchmal staune ich im Rückblick, wie viele Gebete erhört wurden, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie gebetet hatte.
Jesus sagt von sich, dass er das Licht ist, unser Dunkel vor ihn zu bringen, ist auch so etwas wie eine Wintersonnenwende: das Dunkel wird mit dem Licht in Verbindung gebracht. Es wird nicht dunkel bleiben, Licht dringt ein, langsam vielleicht, vielleicht auch erst einmal unbemerkt, aber es geht „nauswärts“, weil Er es versprochen hat: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh. 8,12), und „es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Not sind“ (Jes.8,23).
Sr. Susanne Aeckerle